Die Astrologie ist keinesfalls
mehr die versponnene Schwester der Astronomie, sondern die phantasievoll - intuitive Schwester der Psychologie. Die heutige Astrologie klopft vernehmlich an die Tore der Universitäten.
Heute ist die Astrologie weit davon entfernt Sterndeuterei zu sein, vielmehr bewegt sie sich entsprechend zwischen Individualastrologie, Kosmosbiologie und Kosmospsychologie. Dieser moderne
Zweig der Astrologie beschäftigt sich mit dem synchronistischen Prinzip, wie auch mit Symbolen und Archetypen. Die klassische Astrologie birgt vielerlei Anschauungen, Vorstellungen und Thesen,
die unserem heutigen Weltbild nicht mehr entsprechen, wohl aber bewähren sich einige auf Erfahrung beruhende Regeln und Erkenntnisse. So wie sich die vielen Weltbilder der Menschheit gewandelt
haben, wandeln sich auch die Blickpunkte und Auslegungen astrologischer Regeln. In den vergangenden Jahrzehnten sind einige Planeten entdeckt worden, was auch einige Änderungen mit sich bringt.
Die chinesische Astrologie
Die chinesische Astrologie ist eine auf
babylonisch - hellenistisch und ägyptische Traditionen zurückgehende, mit Symbolen und Vorstellungen taoistischer Herkunft angereicherte Astrologie, deren wesentlicher Unterschied zur westlichen Astrologie
darin liegt, das ihre zwölf Tierkreiszeichen einem Mondjahr gehorchen, dessen Monate Tierbezeichnungen tragen. Durch den Unterschied zwischen Mond - und Sonnenjahr strahlt in der chinesischen Astrologie ein
Zyklusjahr unter der Herrschaft eines der zwölf Tierkreiszeichen. Ausser dem Zyklusjahr spielen die fünf Elemente und das Prinzip Yin und Yang eine wesentliche Rolle, was Symbolik und Interpretation
betreffen.
Die indische Astrologie Die indische Astrologie ist eine der hellinistischen Astrologie
nahestehende Form, die auf der Vorstellung von Offenbahrungen der Götter basiert und mittels Vorhersagemethoden, die das Kastensystem, aber auch die Seelenwanderung sowie die Lehre von den Elementen
gleichermaßen mitreflektiert, die Zukunft aus der Gegenwart und der Vergangenheit prognostiziert. Mit Hilfe von 27 Stationen des Mondes und einem komplexen dreiteiligen Planetenkombinationssystem sowie
imaginären Planeten werden allgemeine stundenastrologische und astromathematische Prognosen für Tierkreise formuliert. Bedeutende Positionen nehmen die Heiratsastrologie, also
die Errechung der günstgsten Stunde für beide Partner, die Karmabefragung und das Todesstundenhoroskop ein. Die indische Astrologie ist keineswegs Jahrtausende alt, wie
vermutet werden könnte, sondern wurde relativ spät von den Griechen übernommen und im Laufe der Zeit vielfach und tiefgehend von der arabischen Astrologie beeinflusst.
Die islamische Astrologie
Die islamische Astrologie entwickelte sich ab
dem 9. Jahrhundert n.Chr. und ist im wesentlichen eine islamisch mythisierte Kombination dreier verschiedener astrologischer Strömungen, nämlich der hellinistischen und indischen einerseits und der
altpersischen andererseits. Die Rolle der Astrologie in der islamischen Welt war herausragend, entsprechend groß ist auch die Zahr der Astrologen und Astronomen. Insbesondere wurde die
Stundenastrologie betrieben und in diesem Zusammenhang die Lehre von den Aspekten erweitert. Allerdings dauerte die islamische Astrologie in dieser Form kaum hundert Jahre-
Die altpersische Astrologie
Die altpersische Astrologie verschmolz hellinistische und
indische Tradition mit den Erkenntnissen der Babylonier und sah ihre wichtigste Aufgabe in der sarologischen Geschichtsschreibung, nämlich dem Erstellen von Chroniken vergangener oder zukünftiger Zeiten auf
der Grundlage von sehr weit entwickelten Geburtshoroskopsinterpretationen und Techniken der Fragenastrologie.